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Aphereseverfahren bei MS-Schub im Test

In einer kürzlich abgeschlossenen Studie (IAPEMS) verglichen wir die Wirksamkeit und Verträglichkeit der beiden Blutwäsche-Verfahren Plasmaaustausch (plaxma exchange, PE) und Immunadsorption (IA) bei Patienten mit MS-Schub. Beim akuten MS-Schub wird normalerweise zuerst eine Hochdosis-Therapie mit intravenösem Cortison durchgeführt. Wenn diese nicht zu einem vollständigen Rückgang der Symptome führt, kommen Blutwäscheverfahren (Apherese) zum Einsatz, wobei die PE und die IA zum Einsatz kommen. Während bei der PE das flüssige Blut mit allen darin enthaltenen Proteinen gegen eine Volumenersatzlösung ausgetauscht wird, werden bei der IA spezifisch die Antikörper aus dem Blut entfernt und anschließend zurück zum Patienten geleitet. Die IA ist das neuere Verfahren, das als nebenwirkungsärmer gilt. Auf der anderen Seite gibt es wegen der Neuartigkeit für die IA bisher weniger belastbare Daten.

 

Über einen Zeitraum von 2 Jahren schlossen wir insgesamt 61 Patienten in die Studie ein, die zufällig einem der beiden Therapien (IA oder PE) zugeteilt wurden. Der Therapieerfolg wurde mit Hilfe eines standardisierten Scores, des Multiple Sclerosis Multiple Composite (MSFC) gemessen, der Einschränkungen im Bereich der Arme, Beine und der Kognition misst. 4 Wochen nach Therapie zeigte sich eine statistisch signifikant größere Verbesserung in der IA-Gruppe. Auf der anderen Seite setzte die Besserung in der PE-Gruppe früher ein. Insgesamt zeigten beide Verfahren eine niedrige Nebenwirkungsquote und eine sehr gute Wirksamkeit. Etwa 3/4 der Patienten zeigten im Verlauf eine Besserung ihrer Symptomatik.

 

Die vollständigen Ergebnisse der Studie sind frei im Internet auf englischer Sprache verfügbar:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6890948/

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